Das Projekt

Gleiche Chancen für Frauen – dies ist einer der Hauptaspekte, den es in den Gesellschaften in Europa zu verbessern gilt. Die Bauwirtschaft ist traditionell eine männlich dominierte Branche, die bisher u.a. durch die harten physischen Arbeitsbedingungen geprägt war. Aber die Branche hat sich auch durch die Technisierung der Arbeitsumstände insofern geändert, dass Frauen und Männer Zugang zu den gleichen Aufgabengebieten haben und insofern auch eine bessere Chancengleichheit gewährleistet werden sollte.

Auf der andere Seite sind in den Bereichen Energieeffizienz und „grünes“ Bauen neue Stellenprofile entstanden, die beruflichen Perspektiven gleichermaßen für Frauen und Männer beinhalten.

Soziale, kulturelle und ausbildungsbezogene Hindernisse für Mädchen und Frauen, sich für die Bauwirtschaft zu interessieren, bestehen jedoch weiterhin.

Aber die Feminisierung der Bauwirtschaft trifft auf diverse Schwierigkeiten:

  • Intrinsische Hindernisse: Frauen sehen sich selber nicht als Bauarbeiterinnen; es existieren keine Optionen für sie oder sie können solcher Art Arbeiten nicht ausführen
  • Arbeitsmarkthindernisse: es besteht die Möglichkeit, dass Unternehmen und Kunden eine durch Frauen durchgeführte Arbeit als weniger professionell ansehen.
  • Hindernisse im Verhältnis zu eigenen Kollegen
Dauer

36 Monate von September 2017 bis August 2020.

Förderung

293.121,00 €

Projektkoordinator

Fundación Laboral de la Construcción (Spanien).

Partner

– Agencia para el Empleo del Ayuntamiento de Madrid (Spanien)
– Bildungszentren des Baugewerbes e.V. – BZB – (Deutschland)
– Centro de Formação Profissional da Indústria da Construção Civil e Obras Públicas do Sul –Cenfic – (Portugal)
– Centre IFAPME Liège-Huy-Waremme (Belgien)
– Comité de Concertation et de Coordination de l’Apprentissage du Bâtiment et des Travaux Publics – CCCA-BTP – (Frankreich)
– Ente per la Formazione e l’addestramento professionale nell’edilizia – Formedil – (Italien)
– Fondazione ECIPA-Ente Confederale di Istruzione Professionale per l’Artigianato e le Piccole Imprese – CNA – (Italien)

Die Gründe für die geringe Beteiligungsquote von Frauen im Sektor gehen mit sozialen Stereotypen einher.

Darüber hinaus sehen sich Frauen, wenn sie einmal im Sektor Fuß gefasst haben, einer Reihe von Herausforderungen gegenüber, sich im Sektor zu behaupten und später ggf. Führungspositionen einzunehmen. Diese Herausforderungen schließen das Aktionsfeld in einer von Männern dominierten Branche ein, das Fehlen von weiblichen Rollenmodellen sowie von Mentoren und nicht zuletzt die Arbeitsbedingungen (wie z.B. lange Arbeitstage und zahlreiche Baustelleneinsätze, die weit vom Wohnort entfernt sein können), die oft mit den traditionellen Frauenrollen im Haushalt nicht vereinbar sind.

Aufkommendes Bewusstsein

In aller Kürze, es geht um eine aufkommendes Bewusstsein und die Parteinahme für Chancengleichheit, die Verbesserung der sozialen Bedingungen im Sektor, die Förderung der Professionalisierung durch gute Aus- und Weiterbildung sowie die Integration in Arbeit durch aktivierende Maßnahmen.

Die Ziele von Women Can Build sind:

  • Realisierung eines Paradigmenwechsels hin zu einer ausgewogeneren, attraktiveren und sozial verantwortungsbewussteren Ausbildung im Bewusstsein gleicher Chancen für Frauen und Männer
  • Beseitigen kultureller Hindernisse und Verbesserung des Bewusstseins für Frauen im Sektor
  • Erlangen der Aufmerksamkeit von Frauen für die Branche unter Betonung wahrscheinlicherer Betätigungsgebiete zur effektiven Einbindung in den Arbeitsmarkt
  • Berufsbildungsangebote mit gender-Perspektive, die es Frauen erlaubt, ihre Bildungskarriere zu überdenken und über neue berufliche Möglichkeiten nachzudenken
  • Aufbau von Beratungsstrukturen, die es der Branche ermöglichen, sich hin zu mehr geschlechterausgewogenen Strukturen zu bewegen
  • Erreichen der gleichen Anerkennung von Kompetenzen von Frauen und Männern, die es ermöglichen, neue Bildungskurse mit besserer Performance anzubieten

Die geplanten Aktionen zielen darauf ab, Geschlechtergleichheit in allgemeine Regeln zu übernehmen, in die Abläufe bei Ausbildern, in Berufsbildungszentren und nicht zuletzt in Unternehmen. Ein erfolgreiches „gender-mainstreaming“ wird zu einem angepassten Denken bei diesen Akteuren führen, was schließlich in einen Image-Wandel in der Branche führen soll, der sie auch für Frauen interessanter macht.

Förderung der Gleichheit der Geschlechter in der Bauwirtschaft

Aktivitäten und Ergebnisse dieses Projektes:

  • Ein MOOC (Massive Open Online Course) wird zum Thema Geschlechter-Bewusstsein entwickelt. Dazu kommt ein Handbuch für Ausbilder der Bauwirtschaft.
  • Ein “learning-by-doing” Modell mit eindringlichen Erfahrungen wird unterstützt, in denen Frauen ein kleineres Beispielprojekt, ein energieeffizientes Gebäude, konzipieren à nearly zero energy buildung (nZEB)
  • Begleitunterlagen werden für Berufsbildungseinrichtungen zum Aufbau von Mentoren-Fertigkeiten erstellt
  • Ein Aktionsplan wird definiert, einschließlich einer ´roadmap´ sowie Unterstützungsleistungen für Betriebe.
  • Ein Anrechnungssystem und eine online-Bildungsplattform werden eingeführt.

Auch wenn die Integration von Frauen in die Bauwirtschaft nicht zum ersten Mal Gegenstand ist, so verfolgt das Women Can Build Projekt doch das Ziel, als gutes Beispiel zu fungieren, das mit Unterstützung der Europäischen Union auf weitere Gebiete übertragbar ist.

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